Die Wirkungen der Gartentherapie

 

Haben Sie schon einmal erlebt, was passiert, wenn ein alzheimererkrankter Mensch den Duft einer alten Rosensorte wahrnimmt? Oder was passiert, wenn ein sonst sehr unruhiges Kind den Pollenflug einer Wildbiene beobachtet - auf der zuvor gemeinsam angelegten Naturinsel des Kindergartens oder des Schulgartens?

 

Es gibt viele Möglichkeiten, Menschen auf ihrem Weg zu einem guten und gesunden Leben und Erleben zu begleiten. Doch nur wenige therapeutische und entwicklungsförderliche Ansätze sind dabei so umfassend, einfach  und wirkungsvoll einzusetzen wie die Gartentherapie.

 

Mit ihr gelingt es, Menschen (wieder) in Kontakt mit sich selbst und den eigenen Möglichkeiten zu bringen, Begrenzungen zu überwinden und unmittelbar Sinn zu erfahren.

 

                            Warum Gartentherapie?  

- Menschen wachsen wo Wachstum offensichtlich wird - 

 

Ein Mensch wird Mensch: Im Laufe seines Lebens entwickelt der Mensch seine besonderen Anlagen, Fähigkeiten und Talente. Gleichzeitig entwickelt er seine ganz eigene Art, mit anderen Menschen umzugehen und seine Sicht auf die Welt. Oft genug stößt er dabei auf Grenzen und Probleme: Kinder, die nicht wissen, wie sie ihre eigenen Bedürfnisse auf gute Art ausdrücken können. Ältere Menschen, die sich selbst vor allem als gebrechlich erleben und Zeiten, in denen das Lächeln immer weniger wird. 

Doch Menschen wachsen, wo Wachstum offensichtlich wird – und das in jeder Phase des Lebens: In der Begegnung mit dem Werden und Wachstum der Natur, dem Erleben, Teil eines großen Ganzen zu sein und Vertrauen haben zu können in den Rhythmus der Natur, überträgt sich diese Kraft  auf die Kräfte des Menschen. 

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Menschen, die sich gezielt und unterstützend begleitet im Grünen aufhalten, unter anderem weniger Schmerzmittel brauchen, besser durchschlafen, ihr psychischer Zustand sich stabilisiert und auch verbessert. 

Die Empfindungen, die man beim Selbermachen erlebt, den Stolz und die Zufriedenheit, sind fundamental für eine geistige Gesundheit und innere Ruhe. Psychologen haben daher diesem Erleben einen Begriff gegeben: Selbstwirksamkeit. Es ist ein tiefes Gefühl der Lebenszufriedenheit. Es entsteht durch die Ausschüttung von Glückshormonen durch unser Belohnungszentrum. Dies bewirkt, dass wir nach getaner Arbeit mehr Energie haben, als sie uns gekostet hat.

 

 

aus: „Die Lust am Selbermachen“ von Rainer Harf und Bertram Weiß, in: GEO Wissen Nr. 67/2020 S. 92-99

Mögliche Ziele und Wirkungen von Gartentherapie

  • Reduktion von Stress, Spannung und negativen Gefühle oder auch von Symptomen wie aggressivem, hyperaktivem oder auch depressivem Verhalten
  • Aufbau von positivem Denken und Erleben
  • Förderung von Selbstbewusstsein und –vertrauen
  • Erleben zunehmender körperlicher Leistungsfähigkeit
  • Erleben von Erfolg und Sinnhaftigkeit der eigenen Existenz
  • Bewältigung von Herausforderungen sowie das Wieder-Erlernen von Genuss
  • Aktivierung des (auch antriebsgeminderten) Menschen und aktive Erholung für den Menschen
  • Mehr Gesundheit und Stärkung der Immunpotenziale
  • Förderung zwischenmenschlicher Beziehungen und gelingender Kommunikation
  • Erkennen von Aufgaben und Übernahme von Verantwortung
  • Verbesserung der Beweglichkeit und Stärkung der Muskulatur
  • Förderung grob- und feinmotorischer Fähigkeiten
  • Schaffung von Struktur und Tagesrhythmus
  • Ermöglicht eine breite und nachhaltige sensorische Stimulation
  • Leben im Rhythmus der Jahreszeiten 
  • Förderung von Wahrnehmung und Gedächtnis 
  • Abwechslung und Distanz zum Klinik- und Stationsalltag

 

 

Erleben Sie selbst die faszinierenden Wirkungen der Gartentherapie – mit einem Angebot für Ihre Kindertagesstätte, Schule, Rehaklinik für Kinder und Erwachsene oder auch Ihre Senioreneinrichtung! Sie haben noch Fragen? Rufen Sie mich gerne an oder schreiben mir eine Mail.


"Wer sich die Hände in einem Therapiegarten schmutzig macht, kann damit seine Seele reinigen, der Gesundheit Gutes tun und festen Boden gewinnen, ein Effekt, den sich die Gartentherapie zunutze macht." (aus dem Buch "Gartentherapie-Theorie-Praxis-Wissenschaft")